In 30 Stunden um die halbe Welt

So, da bin ich jetzt angekommen, also zumindest körperlich … mit Überraschungsempfang am Flughafen.

Und bei Julchen gabs Fleischpflanzl! Mei! Danke Mädels!

Die Zeit verging ziemlich zäh, weil ich doch innerlich recht aufgewühlt war. Doch von Dubai nach München, war es sehr komfortabel. Hatte das Vergnügen, mitm A 380 zu fliegen. Wow, auch als technisch Unbegabte und mit Null-Ahnung, einfach nur wow. Das Fluggefühl ist ein völligst anderes als bei diesen Boing-Dingern. Der Flieger ist riesig, mehrstöckig. Zudem kam, dass wir einen Dreisitzer zu zweit hatten und das Filmangebot war auch noch mal besser (allerdings habe ich tatsächlich “nur” 4 Filme und eine Serie geschafft, dafür aber meine Majong-Künste perfektioniert und das neue Album von Beyoncé kenn ich jetzt auch in- und auswendig) … also dieser Teil vom Flug war sehr angenehm.

Im Laufe des Fluges habe ich das Personal beobachtet, und frage mich: a) Müssen eigentlich die Stewardessen einen Schönheitstest bei der Einstellung bestehen? b) Ist knallroter Lippenstift tragen Pflicht? c) Wieso wird das Personal nicht in authentisch Lächeln geschult, sondern nur in einem offensichtlich Aufgesetzten?

Habe ich nicht darüber nachgedacht, hatte ich die 30 Stunden Flug genutzt, um mir über die vergangene Zeit Gedanken zu machen und die letzten zwei Monate Revue passieren zu lassen. Es war eine Wahnsinns Zeit. Eigentlich ist es nicht in Worte zu fassen. So viel erlebt und so tolle Menschen getroffen. Überwältigt von allem – und Streckenweise auch mal überfordert, und doch alles geregelt.

Doch zunächst möchte ich noch von meinen letzten Stunden in Christchurch berichten. Mein Flieger ging ja erst 4:55 pm, so hatten Aitsch und ich noch ein wenig Zeit. Zudem übe ich mich, nicht mehr an Abreisetagen so unruhig zu werden. Gut, ich war schon weniger aufgeregt, als aufm Hinflug, dafür war mein Herz aber schwerer.

Aitsch und ich haben noch einen kleinen Walk von 2 Stunden zu den Bergen in der Nähe von Lyttleton gemacht. Waren – für unsere Verhältnisse – recht früh dran und so erlebten wir dann zur Mittagszeit, wie es noch mal ein richtig schöner warmer Tag werden sollte.

Und dann war es auch soweit: Das “see you” von Aitsch. Wirklich witzig, dafür, dass wir uns ja vorher gar nicht kannten, haben wir eine echt coole Verbindung zueinander aufgebaut und super harmonisiert. Danke Aitsch, für alles! Wenn ich dich nicht kennengelernt hätte, hätte ich wirklich was verpasst 😉

Und so bin ich mit einem beklemmenden Gefühl in den Flieger von Christchurch nach München gestiegen …

Zurück aber zum Nachgedenke (am Rande bemerkt, schreibe ich das gerade im Flieger und mit jedem km näher Richtung Heimat kann ich wieder klarer denken ;-)):

Ja also, der erste Monat liegt schon soweit zurück und jedes Erlebnis wurde von einem Frischeren und Neuerem überlagert. Wie soll man da Ordnung in die Gedanken bekommen?

Im Endeffekt muss ich aber sagen, dass ich für mich alles richtig gemacht habe. Der Start auf der Nordinsel, das Traveling allein und zum Schluss in Gesellschaft. Ich habe gerade viele Menschen kennengelernt, eben weil ich allein gereist bin. Einige davon haben Potenzial für längerfristige ähm Freundschaften oder so (nun muss ich echt anfangen zu skypen).

Und auch das Traveling by bus war eine Erfahrung. Wenn man vorher kein Organisationstalent war, danach ist man auf jeden Fall eins (jede Unorganisiertheit kostet ein (Lehr)Geld), oder man baut die Gabe des Improvisieren aus. 😉 An der Stelle passt auch Hannahs Anmerkung rein, die sie immer gern ins Gespräch gebracht hatte: We are traveling and not on vacation. Und es stimmt, Reisen kann wirklich stressig sein. Im Urlaub sein fühlt sich tatsächlich anders an (keine Sorge, erholt und tiefenentspannt bin ich trotzdem).

Vieles im Zwischenmenschlichen habe ich gelernt bzw. wurde ich bestätigt. Wir machen uns das Leben oftmals durch unsere Überkorrektheit so schwer. Uns kommt immer mehr die Leichtigkeit abhanden. Ich habe in NZ Deutsche in der Regel sofort daran erkannt, dass die streng gucken, nicht grüßen und es mit einem Lächeln auch nicht so genau nehmen und sich gern aufregen. So möchte ich nicht sein. Was ist denn schon gegen ein freundliches Gesicht und ein wenig Smalltalk zu sagen, wenn es doch das Leben und den Umgang miteinander einfach leichter macht? Das Gleiche gilt für die Hilfsbereitschaft. Hätte ich oftmals auf meinen Wegen nicht solche selbstlose Hilfsbereitschaft erfahren, wäre vieles um einiges schwieriger gewesen. Warum misstrauen wir nur so viel und rechnen Hilfestellungen mit anderen auf? Gastfreundschaft – nur für Menschen, die man kennt? Bei diesem Motto hätte ich nie Aitsch und FH kennen gelernt. Oder das Kennenlerngehabe von Männlein und Weiblein. Wieso machen wir uns das alle so schwer? Man muss doch niemanden imponieren. Wieso ist man nicht einfach, wie man ist, und entweder es passt, oder es passt eben nicht?

Ich habe mir ganz fest vorgenommen, dass ich zukünftig alles machen werde, um das Leben einfacher und lockerer zu gestalten. Das Leben ist viel zu aufregend, um es zu ernst und zu schwer zu nehmen. Hehe, allerdings gehört das Fluchen auch dazu, was wahrscheinlich meine größte Herausforderung sein wird. So ärgere ich mich nicht über den Typen vor mir im Flieger, dass er mir mit seinem nicht stillsitzen können ständig meine Getränke umhaut (im Endeffekt war er ja ganz nett) … nein, ich weise ihn freundlich darauf hin … 😉

Doch zurück zu Neuseeland an sich. Was habe ich nicht alles gesehen?! Doch wahrscheinlich, wenn ich mich mit Caravan-Reisende unterhalte, wird mir bewusst werden, dass ich bei Weitem nicht alles gesehen habe. Aber mei, mal Hand aufs Herz, wer kennt denn ganz Deutschland? Zudem kann ich noch sagen, die, die ich mit Caravan reisend getroffen habe, waren so im Freizeitstress, dass ich mich stellenweise gefragt habe, ob die ihren Urlaub überhaupt genießen können. Anyway … ich habe natürlich nicht alles sehen können, dafür habe ich das, was ich gesehen habe, genossen. Und was mir besser gefallen hat, die Nord oder die Südinsel, kann ich gar nicht sagen, weil diese Inseln nicht wirklich vergleichbar sind. Die Natur ist überall bezaubernd und die Menschen haben alle ihre eigene Liebenswürdigkeit (wobei Hannah und ich festgehalten haben, dass die Südländer der Südinsel eine wenig eigenartig sind).

Auch die Neuseeländische Kultur und Geschichte ist einzigartig. Man hört schon noch von Diskriminierung der Maoris und gesellschaftlichen Diskrepanzen und Alkohol- und sonstiger Drogenmissbrauch. Es ist nun mal eine “europäische” Gesellschaft. Dennoch ist die Antwort der Kiwis auf die Frage, ob sie ein “real Kiwi” sind, voller Stolz und Klarheit eindeutig. Es ist eine Gesellschaft, die zusammengewachsen ist und sich mehr und mehr (zusammen)findet. Ein langer Prozess, doch ich denke, dass wir uns da noch so einiges abgucken können.

Eins muss ich aber noch sagen, es ist ars…teuer in NZ. Ich dachte, wenn man Münchner Verhältnisse kennt, dürfte man nicht mehr geschockt sein. Nee. Man kann hier tatsächlich nur sparen, wenn man perfekt organisiert und bereit ist, mit seinen Ansprüchen runter zugehen.

Ich habe hier auch viele Dinge getan, die ich noch nie in meinem Leben getan habe. Es geht los bei das erste Mal Internetcafe, Wäsche im Waschsalon waschen, mit Deutschen Englisch reden bis hin zum Helikopterflug. So viel erlebt und erfahren – über mich und auch über andere.

Zwei Monate Neuseeland bedeutet für mich nicht nur, ein wunderschönes Land mit seinen wunderbaren Menschen kennengelernt zu haben, es bedeutet für mich auch Freundschaften und Perspektivenwechsel. Ich bin gereist wie ein Backpacker, bin aber keiner und hoffe, dass ich zukünftig auf diese Erfahrung (zumindest für längere Reisezeiten) verzichten kann. Dennoch fühle ich mich angekommen und freue mich aber genauso auf mein zu Hause, weil mir bewusst ist, dass ich gar keinen Grund zum Meckern habe. I’m a lucky girl, auch wenn’s mal nicht so gut läuft. J

Und bevor ich zu meinen Abschlussworten komme, möchte ich mich ganz herzlich bei meiner Leserschaft bedanken. Ich bin so gerührt; viele von Euch haben meine Empfindungen und Erlebnisse mit mir geteilt. Und wenn ich mal einen Durchhängetag hatte, kam so viel Zuspruch von euch. Vielen Dank, dass ihr mich auf meiner Reise begleitet habt.

An alle, die mit mir schon gereist sind: Bitte nehmt es nicht persönlich, aber DAS war der Trip meines Lebens! Neuseeland, Ich werde auf jeden Fall wiederkommen! See you!

Good bye oder see you?

Heute auf dem Rückflug von Wellington habe ich über die Bedeutungen von good bye und see you nachgedacht. See you als Form des Verabschiedens ist ja typisch hier und wie ich finde, auch viel positiver, denn es impliziert ja irgendwie, dass man sich wieder sieht und es kein wirklicher Abschied ist. Und Abschied klingt ja auch so melancholisch. Darum habe ich für mich entschieden, ich sage „see you“.

Und „see you“ hatte ich ja eigentlich auch schon mal zur Nordinsel bzw. zu Wellington gesagt. Bevor ihr aber gleich gar nicht mehr mit kommt, was ich auf einmal im Flieger von Wellington mache, hier die Auflösung: Ich bin gestern mal eben zum Alex nach Wellington geflogen, den ich ja das letzte Mal dort kennen gelernt hatte. War ne ganz lustige Aktion, denn gestern war ja auch St. Patricks Day und die ganze Stadt war grün und voller feier-wütiger Menschen (genau richtig).

Gestern Mittag bin ich gelandet und wir sind dann erst einmal zum Strand (ich glaube ich bekomme nicht genug vom Wasser). Die Stadt hat für mich nicht ihren Reiz verloren (hihi, wenn ich daran denke, dass ich sie beim ersten Mal „nur“ nett fand). Mit fällt gerade auf, dass ich ja gar keine Fotos habe, außer das hier:

Das Shoppen habe ich mir diesmal verkniffen, da ich nichts mehr in meine Tasche unterkriege. Nach Relaxing und Dinner haben wir uns dann ins Nachtleben gestürzt. Hehe, mit nem Brasilianer tanzen macht gleich noch mehr Spaß … 😉

Auch zu ihm sagte ich „see you“.

So ein Inlandsflug von 45 Minuten ist schon ganz interessant. Es ist quasi wie ein kleiner Rundflug übers Land. Ich konnte so deutlich die Berge – verhüllt in den Wölkchen – und die Marlborough Sounds sowie die Cook Strait sehen. Einen Teil meiner Reise konnte ich also noch mal von oben betrachten. Also wenn man da nicht weich wird … na, ich weiß ja auch nicht.

Ein weiteres „see you“ war heute noch: Bei FH. Er hatte Aitsch und mich zum Essen eingeladen.

Hm, lecker. Nachm bissel Plaudern mussten wir dann los. Lieber FH, ich freue mich so, dass wir uns kennen gelernt haben und so viel Spaß hatten. Auch wenn man das immer so leicht dahin sagt, wir bleiben in Kontakt. Ich glaube es wirklich. Spätestens das nächste Mal in Neuseeland.

Nun ja, was soll ich noch sagen. Gleich gehe ich ins Bett und es wird meine letzte Nacht hier sein. Morgen im Flieger (Aitsch und ich gehen aber vorher noch mal in die Berge) hab ich ja 30 Stunden Zeit, um die Zeit und das viele Erlebte Revue passieren zu lassen. So denke ich, dass ihr noch einen Eintrag erwarten könnt.

Doch jetzt kann ich schon mal sagen: Schee wars! Und ich bin traurig, dass ich fahre, doch ich freue mich auch auf daheim.

Homebase Christchurch

Mei, nun bin ich seit fast drei Tagen wieder beim Aitsch daheim. Die Tage, an denen ich euch mit spektakulären Bildern und Reiseberichten vollpumpen kann, sind, glaube ich, vorbei. Nun bin ich vielmehr Gast in Christchurch und den tropical storm, also den Zyklon ausm Norden, haben wir auch ganz gut überstanden (er war recht unspektakulär).

Freitag. Was habe ich eigentlich Freitag gemacht? Aaah, es war so gemütlich bei Mr. B zu Hause, dass ich erst einmal ausgeschlafen habe. Den Tag über war ich recht verpeilt (ich glaube, es war zu viel vom Sauvignon Blanc am Abend zuvor), so war ich auf ne Coke mit Mr. B in der City unterwegs und chillte noch ein wenig in der Sonne. Die letzten Wochen und Tage müssen ja auch mal verarbeitet werden.

Es war auch der Tag des ersten Good Byes von Mr. B’s Dad. @ Dear W.: Thanks a lot for these wonderful days at your place! It was a pleasure to meet you. So you’re welcome at my place in Munich.

Es war also Freitag Abend. Aitsch, FH und ich hatten beschlossen uns in der Wunderbar in Lyttleton ein Konzert anzusehen. Hannah ist auch noch zu uns gestoßen und hat sich sofort mit den Jungs gut verstanden. Mein erstes Konzert in NZ – und das mit einer deutschen Band (Superdirt²) – war ein Vergnügen. Die Konzertkultur ist doch eine andere hier. Die Kiwis nutzen jede Möglichkeit zur Selbstdarstellung und gehen richtig ab, dagegen sind die deutschen Konzerte irgendwie “steif”. Und wieder einmal musste ich feststellen, wie ungezwungen hier alles ist. Beim Bier bestellen an der Bar plaudert man ne Runde und kommt ganz einfach mit den Leuten ins Gespräch. Wäre bei uns nicht so einfach möglich (Ich werde es daheim noch mal ausprobieren, was passiert, wenn man einfach die Leute anschnackt).

Da wir noch in Tanzstimmung waren, wollten wir weiterziehen. So witzig, in München wissen wir oftmals vor lauter Überangebot nicht wohin und hier wussten wir es nicht, weil es zu wenig Möglichkeiten gab (Durch das Erdbeben gibt es viele Location, in denen Aitsch und FH sonst waren, nicht mehr). Es war so lustig. Hannah, unsere alkoholfrei gebliebene Fahrerin, hat Punkt 12 auf die Liste der “Dinge, die ich noch nie in meinem Leben, aber zum ersten Mal in Neuseeland, getan habe“ um den Punkt “Straßenhütchen umfahren” (natürlich versehentlich, da die Straßen überschüttet sind mit diesen Dingern) ergänzt.

Wir irrten also durch die Straßen von Christchurch und keine Location (von den wenigen) sprach uns an, da die Christchurcher Jugend, diese schon für sich entdeckt hatten. So sind wir bei Mc Donalds gelandet …

… und haben interessante und aufschlussreiche Sozialstudien betreiben können. Unser Resultat: Die Generation Y (ein sehr spannendes sozialpolitisches Thema im Übrigen) ist auf dem ersten Blick auch hier zu finden.

Unsere sozialpolitischen und globalen Diskussionen führten wir gestern Vormittag mit einem schweren Kopf (zumindest bei Aitsch und mir) bei einem leckeren Frühstück weiter. Ich habe wieder was mit Eiern gegessen … also mit den Eiergerichten haben die’s hier echt drauf.

Mein gestriger Höhepunkt war meine Fahrt zum Flughafen. Es war Hannahs großer Abreisetag. Ja, ich weiß “enjoy your last days” und blablabla … aber dennoch ist tschüss sagen doof. Es waren so schöne Tage und ich freue mich auf unser Wiedersehen in Deutschland. @ Liebe Hannah: Genieß deinen Aufenthalt in Bangkok! Ich denk an dich.

Im Bus zurück musste ich ein wenig über mich selbst schmunzeln: Nach einer kleinen Diskussion mit dem Busfahrer, weil ich ein anderes Ticket hätte nehmen sollen, fahre ich inzwischen ganz souverän und routiniert durch Christchurch. Hihi, vor paar Wochen war ich noch super aufgeregt, dass – und vor allem wie – ich das alles manage.

Den restlichen Tag verbrachten Aitsch und ich mit Filme shoppen und Filme gucken. Ganz unspektakulär, aber sehr entspannend. Nebenbei beobachteten wir, wie sich der aus dem Norden kommende Zyklon (darum ist er auch warm) entwickelt. Spannend, denn solche tropical storms kommen hier auch nicht so häufig vor. Ich kann machen, was ich will, doch ich muss immer wieder vom Wetter reden. Ich habe noch nicht viele Länder außerhalb unseres sicheren Europas bereist, doch hier wird mir erst richtig bewusst, wie sehr doch alles von der Natur und ihren Launen abhängt.

Aber wie gesagt, war ja alles gar nicht so schlimm. Es regnete ein wenig mehr und mal weniger und es windete mal mehr und mal weniger. Alles gut. Aitsch und ich trotzten natürlich dem Wetter und sind zur Lachsfarm gefahren, wo Aitsch arbeitet. Neuseeland ist ja das drittgrößte (ähm, ich hoffe, ich gebe es richtig wieder) Lachsprodukt-Exportland oder sowas. Mit anderen Worten, hinter Kanada und Norwegen kommen die Kiwis. Und heute durfte ich mir das mal anschauen, wie so die Lachse gezüchtet und „produziert“ werden, vor allem, welche (biologischen) Komponente zu beachten sind, wenn man, einen guten Lachs für einen ganzjährigen Markt haben will. Spannend!

Nach einem Kaffeebreak bei FH (Übrigens FH: Dein Flat White ist auch ganz gut) bin ich dann zum Tea (witziger Weise sagen die Kiwis auch zum Dinner Tea) bei Mr. B Family (weiblicherseits). Es gab Pork Bones (ein Maori-Rezept). Lecker. Es war ein schöner Abend. Alle sind so lieb und so herzlich. (Puh, und gut, dass mein English besser geworden ist ;-)).

So viel erlebt die Tage … Morgen soll die Sonne wieder scheinen … auf in die nächsten Erlebnisse!

Salut à Akaroa & hello Christchurch

Akaroa, auf der Banks Peninsula, liegt wunderschön von Bergen eingebettet in einer Bucht des Pazifiks (ihr erinnert euch an meinen Ausflug nach Lyttleton mit Mr. B’s Dad (vor gefühlten Wochen)? Da waren wir auch am Anfang der Banks Peninsula.) Es ist ein kleines nettes Örtchen mit Wohlfühl-Charakter, das von Franzosen gegründet und aufgebaut wurde. Natürlich wurde versucht, dieses französische Flair zu erhalten.

Die Banks Peninsula ist sozusagen das Wochenendausflugsziel der Christchurcher, was ich auch gut verstehen kann. Ich habe es bisher nur bei sonnigem Wetter erlebt und bin immer wieder fasziniert von den grün-gelb-braunen Farben der Landschaft, wie sie sich in dieses tiefe Grünblau des Wassers einfügen.

Unsere Unterkunft, mit zwei Schlafzimmern und Wohnzimmern, war recht spartanisch. Es zeigt sich tatsächlich, ob ein Mann oder eine Frau die Unterkunft führt 😉 Wir haben gestern alles in Ruhe gemacht. Manchmal braucht auch jeder seine Zeit für sich. Am frühen Nachmittag zog es uns aber dann doch raus in die Sonne und wir schlenderten und flanierten durch den Ort. Eigentlich hätten wir uns auch Zeit für die umliegende Landschaft nehmen sollen, doch die Zeit rast. Johanna ist noch ein wenig in Akaroa geblieben. Ich bin wieder in Christchurch bei Mr. B und seinem Dad eingetroffen.

Es macht sich langsam bemerkbar, dass es allmählich in Richtung Abreise geht. In einer Woche bin ich wieder in Deutschland. Die letzten Tagen stehen gar nicht mehr so im Fokus “ich entdecke das Land und die Menschen“, sondern eher auf Abschiednehmen und alles noch mal ganz intensiv genießen und in Gedanken abspeichern. Jeden Moment mit den Menschen auskosten, die ich hier lieb gewonnen habe.

Ich bin also heute Vormittag mit dem Bus (jippie, Bus fahren mit Babyshambles in den Ohren = gute Laune) von Akaroa nach Christchurch gefahren und wurde von Mr. B’s Dad abgeholt. Ein herrlicher warmer Spätsommertag war es. Also ganz ehrlich, egal wie sich das Wetter die nächsten Tage entwickelt, ich war wettertechnisch – abgesehen von paar Tagen – ein Glückskind. Mr. B’s Dad hat heute auch noch in Bezug auf die Westküste gesagt, dass es die absolute Ausnahme ist, dass wir fünf Tage am Stück Sonnenschein hatten. Mein erster Sommer in diesem Jahr wird als wunderschöner Sommer abgespeichert. Schaut euch das wieder an (Unfassbar):

Übrigens sagen sie fürs Wochenende einen tropical storm voraus …oh oh … hoffentlich ist der wenigstens warm.

Jedenfalls haben wir wieder das Wetter ausgenutzt und sind an den Strand nach Sumner (ein Stadtteil von Christchurch) gefahren. Oh, was soll ich noch sagen, damit ich mich nicht ständig wiederhole?

Es ist so schön, wieder hier zu sein. Mr. B’s Dad kochte wieder ganz lecker. Kartoffeln und Gemüse (er las den Wunsch in meinem Blog :-)) und Fisch. Dazu steuerte ich welchen Wein? Wer hat aufgepasst? Es war ein gemütlicher und geselliger Abend. Ich fühle mich so wohl hier. Lucky Girl!

Morgen bin ich wieder bei Aitch und FH. Es ist Freitag Abend … hehe … hallo Wochenende!

From the West Coast to the East Coast via Arthur’s Pass

Arthur‘s Pass: “Während das unmittelbar westlich des Passes gelegene Otira ca. 6000 mm Niederschlag im Jahr erhält, fällt im 15 km weiter östlich gelegene Bealey nur 2000 mm Regen. Daher liegt Arther’s Pass Village oft unter einer Nebeldecke.” (Stefan Loose)

Oft? Nicht gestern! Lange haben wir nicht mehr einen so strahlend blauen wolkenlosen Himmel gesehen. Wahnsinn, und das in einer Gegend, die eigentlich vom wechselhaften Wetter gekennzeichnet ist … wobei ja die letzten Tage auch schon klasse waren.

Ein göttlicher Tag war es. Wieder voll im Road Trip Modus und auf Genießen eingestellt. Das Ausruhen der letzten Tage hatte sich gelohnt. Gestern war ich wieder voll fit und voller Tatendrang (dafür ist heute wieder einer dieser Tage). Doch Moment, so tatenlos waren wir ja vorgestern nun auch nicht. Wir haben uns erst einmal in Allem Zeit gelassen (mussten ja nicht auschecken). Dann sind war so ganz gemächlich zu den Pancakes Rocks gefahren. Ich persönlich war ein bissel enttäuscht. Dachte, man könne dazwischen rumspringen und auf die Steine klettern. Dennoch, waren sie voll imposant.

Interessant ist, dass man bis heute noch nicht wirklich weiß, wie diese Art von Stein entstanden ist. Wahrscheinlich über Millionen von Jahren durch solch kleines winziges Krabbel-Viehzeug.

Paar Kilometer weiter befand sich der Strand Te Miko (mein Geheimtipp!). Der war erst einmal toll! Wir waren so ziemlich allein an einem wilden Strand mit reißenden Wellen und Meeresrauschen. Es hatte schon eine gewisse dunkle Romantik.

Mit dem zu zweit Reisen ist es schon eine Sache. Man ist eben mehr zu zweit, also irgendwie allein, unterwegs und “trifft” tatsächlich weniger Menschen. Ganz davon abgesehen, ist auch das Englisch sprechen ein wenig weniger. Doch die letzten Tage hatte wir interessante Menschen getroffen. Da waren Siggi und Detlef aus Australien. Die beiden sind 1952 mit ihren Familien (er aus Ost-Berlin und sie aus West-Berlin) auf dem gleichen Schiff nach Australien ausgewandert (wussten es aber nicht) und haben sich 40 Jahre später (!) kennen gelernt. Mei, sie sind so lieb zu einander und gehen so liebevoll miteinander um … eine herzergreifende Geschichte. Jedenfalls haben sie sich gefreut, mal wieder deutsch sprechen zu können (er hat noch Berlinert) und haben uns bei unserem Auto-Problem geholfen (irgendwo tropfte es und wir waren ein kleines bissel verunsichert).

Gestern Vormittag waren wir in unserem Green Stone Atelier, das wir vorgestern entdeckt hatten. Garth’ great, great, great grandfather war der letzte Chief des Stammes Ngati Mahaki und ein Künstler durch und durch. Bereits vorgestern waren wir schon da, konnten uns aber nicht entscheiden bzw. war ein Kettenanhänger für Hannah noch nicht fertig. So standen wir gestern wieder auf der Matte. Das Kaufen von Schmuck hat so viel Spaß gemacht. Wir haben geplaudert, gekauft und geplaudert … über Maoris, das Land, Musik, das Leben … Nun wissen wir auch, dass der Green Stone – Pounamu – gefunden wird und je nach Region und Fels anders aussieht. Da es in der Regel Maori Land ist, ist es logischerweise Eigentum der Maoris. Für die Maoris haben die Augen enorme Aussagekraft. Sie drücken viel mit den Augen aus. Garth machte es auch. Faszinierend.
Auch Garth und seine Frau gehen so liebevoll miteinander um, dass die positiven Schwingungen einem völlig entgegen sprangen 😉

Dann war es endlich Zeit für die eigentliche Fahrt. Unser Ziel war die Ostküste. Laut Routenplaner sollten wir in vier Stunden in Akaroa auf der Banks Peninsula nahe Christchurch sein. Hier wollten wir uns für 2 Nächte einquartieren. Unsere Fahrt allerdings dauerte fast 9 Stunden …

Es war das Wetter, das Feeling, die Stopps … was die Zeit anhalten lies. Wir mussten über den Arthur’s Pass, also die Alpen überqueren. Die Aussicht war so wunderschön, dass wir noch einen “kleinen” Walk zum Devils Punchbowl Waterfall einlegten. Unser Walk dauerte 2 Stunden, statt die veranschlagten 50 Minuten. Wir rasteten dort, beobachteten die (Liebes)Pärchen und lauschten dem Rauschen des Wassers.

Die Landschaft änderte sich tatsächlich mit dem Überschreiten des Passes. Das saftige Grün der Westküste wich der trockenen Steppenlandschaft der östlichen Seite der Südinsel.

Um so näher wir Christchurch kamen, um so mehr stieg ein vertrautes Gefühl in mir hoch. Es war die Nähe zu Christchurch. Ich habe es durch die Menschen dort, die mich so herzlich empfangen haben, total lieb gewonnen und ich freue mich, wieder da zu sein. Den Weg kannte ich schon, weil es der gleiche war, den ich bereits mit Aitsch auf meinem Road Trip passiert hatte. So war ich diesmal der Guide für Hannah und zeigt ihr … na, wer hat meinen Blog von Anfang an gelesen? … Narnia!

Also eher Castle Hills.
Voll lustig, sie war von den Steinen genauso angetan, wie ich damals.

Nun mussten wir uns langsam sputen. Die Sonne war schon am Untergehen und wir hatten noch fast zwei Stunden Fahrt vor uns … und vor allem Hunger! Ihr wisst, eine hungrige Ly ist … ähm … grenzwertig zu genießen. Und der erste Ort nach langem Fahren hinterm Pass war dunkel. Wir dachten echt, wir müssten verhungern. Doch dann kam unsere Rettung: Völlig unerwartet ein Restaurant mit sogar gutem Essen. Wir waren so glücklich: Es war ein schöner Tag mit neuen vielen Eindrücken, wir waren satt, sind endlich (spät abends) in Akaroa angekommen, ich bin wieder in “heimatlichen” Gefilden und heute wird alles wieder ganz langsam (allerdings mit leerem Kühlschrank) angegangen …

Hannah ist ja seit einem Jahr in der Welt unterwegs und meint, dass Neuseeland ihr persönliches Highlight ist. “Es ist ein Land zum Ankommen” sagt sie – und ja, sie hat vollkommen recht. Neuseeland ist ein Land zum Ankommen!

Der Weg ist das Ziel – vor allem an der West Coast

Gestern waren wir noch immer fertig von den vielen Highlights vom Vortag. So hatten wir uns überlegt, dass wir in Hokitika, ein kleiner idyllisch gelegener Künstlerort, ein wenig nach Green Stone Schmuck shoppen könnten. Ich war in einem Laden und hab mich in eine Possum (die bösen Nager hier)-Fell-Weste verliebt und hadere immer noch, ob ich die mir kaufen sollte.

Ich hatte ja erzählt, dass dieses Wildfood Festival gerade war. Und bereits vormittags war der Ort voller wild gewordener, alkoholisierter Jugendlicher. Wir waren uns einig, das kann nur die neuseeländische Art von Karneval sein.

Auf jeden Fall war es nichts für uns. Den passenden Pegel hatten wir nicht dafür. So haben wir also unsere Shoppingtour abgebrochen und sind in die Natur zur Hokitika Gorge geflüchtet. Abgesehen von den aggressiven Sandflies bot sich uns ein traumhafter Anblick mit Farben, die wirklich nicht auf Fotos wiederzugeben sind.

Da wir abends in Hokitika noch essen waren (hatten ein B&B außerhalb und eine grantige Host-Mama, die bei ihrem Rugby gucken nicht gestört werden wollte (Canterbury gegen irgendwen hat wohl verloren)), waren wir mit dem Auto unterwegs. Ich hatte das Vergnügen, das erste Mal in ein Gerät des freundlichen Polizisten “pusten” zu dürfen (Pusten ist übertrieben, ich sollte nur bis 4 zählen). Natürlich hatte ich nichts getrunken.
Übrigens ist das die Nr. 11 auf meiner Liste der “Dinge, die ich noch nie in meinem Leben, aber zum ersten Mal in Neuseeland, getan habe“.

Heute war es mal ein Tag zum Durchschnaufen. Wir merken beide, dieses “aus der Tasche Reisen” schlaucht ganz schön. Backpacker sein ist wirklich nicht mein Ding, ständig sucht man im Rucksack nach irgendwas, muss Ordnung halten, sich immer neu organisieren und vor allem 10 Uhr zum Check out fertig sein. Anstrengend und ermüdend. Also beschlossen wir in der Nähe von Punakaiki mal zwei Nächte zu verbringen. Es war eine gute Entscheidung. Der heutige Tag verlief im Zeitlupentempo und wieder in den Tag hinein. So kann ich als wunderschönes Highlight “nur” von dem Walk zum Elisabeth Point in Rapahoe berichten.

Es war diesmal ein ganz anderer Bush – eine Kombi aus Strand und Bush mit Palmen (statt wie bisher mit Farnen). Und wie immer sah es tiefgrün aus und roch auch so (ich weiß, Farben können nicht riechen, doch ich finde keine Worte mehr. Hilfestellungen nehme ich gern entgegen). Die Aussicht war faszinierend, direkt auf die Pancakes Rocks, die wir uns morgen genauer anschauen.

Achso … bis zum Horizont sind es 23 km!

Übrigens wissen wir nun, warum der Himmel hier so anders leuchtet und der Sonnenuntergang so in Babyfarben (rosa und hellblau) getüncht ist: Es liegt an der Asche, die in der Luft ist, weil es in Australien (gleich links nebenan) brennt oder gebrannt hat. Hat zumindest der Verkäufer in Greymouth heute erzählt. Ach ja, wir sind gerade in Greymouth. Eigentlich nur zum Übernachten, weil dahinter nichts mehr kommt außer der Paparoa Nationalpark. Der Ort ist auch eine alte Goldgräberstadt (die komplette Westküste war (wir reden hier vom Ende des 19. Jahrhundert) im Stile des Wilden Westen überall vom Goldrausch befallen), die noch ein gewisses Flair hat und einem fast leid tun kann, weil sie nur noch eine Geisterstadt ist. Der Schmuck dort ist auch gleich viel günstiger.

Wir waren noch am Strand gleich vor unserem Bungalow. Die Wellen sind gigantisch und haben so eine Kraft, dass sie einen problemlos umhauen können. Wir haben uns heute gefragt, wie Wellen entstehen. Hat jemand eine wissenschaftliche Erklärung dafür (Ihr wisst ja, muss Internet für meinen Blog sparen)?

Unser letztes Highlight war meine Kochkunst. Wir haben die neuseeländische Süßkartoffel, Kumara, probiert. Mei, ist die süß, aber lecker. Es hapert eigentlich nur an den Rezepten und gescheite Gewürze, ansonsten will ich mich ja nicht selbst loben, aber die Stampfkartoffeln waren super …

So meine Lieben, der morgige Tag soll wieder an Sonne und Temperaturen traumhaft werden (übrigens ist es wohl eine Seltenheit an der Westküste = Glückskinder), so wie auch bei euch in Deutschland, wie ich hörte. Sonnengrüße also ans andere Ende der Welt!

Aus der Vogelperspektive

Wieso sehen eigentlich Piloten immer so verdammt gut aus?
Haha, nein, eigentlich war es weniger der Pilot (doch, er sah auch gut aus), der uns faszinierte, vielmehr war es der Flug. Wir haben einen Helikopterflug gemacht. Und wir hatten so ein Glück mal wieder. Doch erst mal muss ich von unserem Morgen erzählen, der diesen perfekten Tag bereits eingeleitet hat:

Morgens um 8: Ich wurde mit einer Tasse Kaffee und einer gut gelaunten Hannah geweckt. Die Sonne strahlte und kündigte einen glänzenden Spätsommertag an. So habe ich uns Rührei (wahrlich nicht so gut, wie es die Kiwis hier machen) zum Frühstück gezaubert und wir haben auf unserer Terrasse gefrühstückt. Dann sind wir los Richtung Norden und hielten in einem kleinen Ort in der Nähe der Glacier an. Wollten uns nur erkundigen, was sie für Flugangebote dort haben. Und, ich kann mal wieder mein Glück kaum fassen, sie warteten nur auf uns. Wir haben einen 50-Minuten-Flug für 100 $ weniger bekommen (zum Vergleich: in der Touristenhochburg werden diese nur für maximal 30 Minuten angeboten). Und so waren wir auf einmal in den Lüften über so vielen Glacier. Die Ausschüttung der Glückshormone wollte nicht enden. Es war ein Traum, unfassbar. Grenzenlose Schönheit. Hätte schreien können vor Freude. Die Landung auf einem der Glacier in Anblick des Mt Tasman (der höchste Berg Neuseelands) war unbeschreiblich. Nur wir … Sonne, Schnee, Wärme, Schönheit, und so viel Freude …

Ich will ja gar nicht wissen, was sich der Pilot dachte. Wir haben gelacht und sind wie die kleinen Kinder rumgehüpft.

Unten wieder angekommen mussten wir uns erst einmal sammeln. Unvorstellbar, dass es noch mehr Dinge geben kann, die ein Gefühl von so viel Schwerelosigkeit auslösen können.

Unser Weg führte weiter durch die Natur (ich spare mir die entsprechenden Fotos, denn heute muss ich wirklich Prioritäten setzen). Wir hielten in einem kleinen Dorf namens Ross. Dort wollte ich eigentlich nur in das Jade Studio (Der Stein des Landes bzw. der Gegend ist der Green Stone, ein Jade Stein mit einem wunderschönen weichen Grün), wo wir im Endeffekt dann doch nicht drin waren. Dieser Ort entpuppte sich als eine alter Goldgräberstadt – eingebettet in einer wunderschönen saftigen grünen Landschaft. Die Zeitangaben an den Walks stimmten mal wieder nicht, denn wir brauchen für unsere Spaziergänge mindestens immer eine Stunde länger.

Und dann haben wir es doch gewagt: Den Blick auf die Uhr. Oh … Hokitika, unser Tagesziel, war nicht mehr so weit entfernt und es war schon später Nachmittag. In unserer liebevoll eingerichteten Unterkunft direkt am Strand konnten wir uns (leider) nicht lange aufhalten. Wir hatten Hunger und ein zeitliches Limit: Der Sonnenuntergang. Ein nettes Städtchen und durch Zufall sind wir in ein Highlight hinein geraten, nämlich das Wildfood Festival (ggf. morgen mehr dazu). Das ist so ein Event, bei dem die Gourmetköche komisches experimentierfreudiges (für mich wahrscheinlich ähm gewöhnungsbedürftiges) Essen präsentieren. Demnach war die komplette Gegend total ausgebucht und wir hatten tatsächlich Glück mit unserer Unterkunft gehabt, weil jemand anderes abgesagt hatte.

Das Meer ist wunderschön an der Westküste, es ist die Tasman Sea (gehört aber quasi doch zum Pazifik, der Westteil heißt nur so). Und die Farben wirken ganz anders (ein rosa – hellblauer Himmel)

Wir sind ganz schön geschafft. Bin so auf den morgigen Tag gespannt. Zum Schluss gibt’s nun wieder einen diesmal wolkigen, aber dennoch einmaligen, Sonnenuntergang:

Highway 6 – from Haast to Franz Josef Glacier

Ein neuer Tag an der West Coast. Oh, ich liebe diese Freiheit. Mit Auto ist man viel unabhängiger. Unser Tag begann mit einem Feueralarm in unserer Luxussuite. Ich sag euch, danach waren wir wach (es war ein verbranntes Toast im Nachbarzimmer). Doch unsere Rollenaufteilung klappt ganz gut. Hannah ist für den Kaffee und den Tee am frühen Morgen zuständig. So habe ich schon im Bad meinen Kreislauf in Schuss bringen können (Ich liebe Kaffee morgens im Badezimmer).

Wir haben es heute sogar geschafft, eine viertel Stunde vor dem Checkout am Start zu sein.

Die Ernüchterung kam sofort. In dieser Gegend hat man nicht nur kein Mobilfunknetz (Radioempfang hatten wir auch nicht), es gibt auch keinen Supermarkt … dafür eine Tankstelle, denn die sind auch ziemlich rar hier. So haben wir uns mit einem vollen Tank und zwei Cokes im Gepäck auf die Reise gen Norden im Westen Neuseelands gemacht.

Die Landschaft war wieder traumhaft und abwechslungsreich. Diesmal saß ich am Steuer. Alles super, mit Automatikschaltung klappt alles hervorragend.

Wir fuhren Stunden durch Nichts, Grün, Wasser, Berge … ab und an kamen uns paar Autos entgegen und bei den Aussichtspunkten (Wie bei der Fahrt zum Milford Sound: Anhalten, Foto und Einsteigen) waren paar Touris unterwegs. Die Sandflies scheinen zudem, mich zu lieben. Neben zerstochenen Knöcheln habe ich nun auch zerstochene und angeschwollene Hände (diese garstigen und hinterhältigen Dinger!).

Unser Tagesziel sollte der Franz Josef Glacier sein. War er auch, nur waren wir etwas verplant heute; besser gesagt, wir hatten keinen Plan. So irrten wir herum, wussten nicht, worauf wir Lust haben und haben uns darüber geärgert, dass die Kiwis doch nicht so freundliche Menschen sind, wie wir dachten. Der Typ vom Motel Park hat uns eine dunkle Cabin angedreht, die wir uns nun wirklich nicht schön reden konnten. So haben wir uns für (nur) 10 $ (!) mehr eine 2-Zimmer-Cabin ergattert (Ich glaube ja, er hat uns beim ersten Preis beschissen). Na also, es geht doch 😉

Wir wollten uns einen Helikopterflug gönnen, waren aber nicht sicher, ob die Wolken, die dort in den Bergen fest hangen, unsere Investition nicht zunichte machen würden. So haben wir uns für den Franz Glacier Walk entschieden. Und es war die richtige Entscheidung. Wir hatten einen schönen Weg, mit ganz viel Spaß dort hin. Unser Ziel war allerdings recht ernüchternd. Man sollte in den Beschreibungen erwähnen, dass das eher die Überreste des Gletschers sind. Dennoch, der Weg ist ja das Ziel.

Für morgen haben wir uns vorgenommen, nicht mehr zu Planen und in den Tag zu leben. Es kommt, wie es kommt, und Zeit haben wir ja. Ich denke, es ist an der Zeit, auch das mal zu üben. Hihi, damit wir aber trotzdem vorbereitet sind, haben wir zumindest heute schon mal unser Hotel für morgen gebucht. Alles wollten wir dann doch nicht dem Zufall überlassen.

Und früh ins Bett wollten wir auch … doch wo die Zeit? Nun aber schnell schlafen (Hannah ist Frühaufsteherin, das bedeutet spätestens um 8 ausm Bett). Gute Nacht, Europe … oder eher … einen schönen Tag noch!

On the road to the West Coast

Es war ein Sternhimmel …nicht einer .. Es war DER Sternenhimmel. Ich habe sie alle gesehen, den Großen und Kleinen Wagen, das Südkreuz, den Gürtel des Orions … und die Milchstraße. Ein Meer aus Milchstraßen. Ein gigantischer Himmel voller Sterne. So hell und klar. So faszinierend. Noch nie (und ich schwöre es) habe ich einen solchen Himmel gesehen. Ich bin noch immer so geflasht von diesem Erlebnis. Und dann die Sternschnuppen …
Und davor der überwätigstende Sonnenuntergang meines Lebens. Stewart Island ist zu toppen! Doch nun mal der Reihe nach:

Ich baue schon den ganzen Tag in Gedanken an meinem Blog, doch ich kann mich nicht festlegen. Habe ich eine Überschrift und einen Anfang gefunden, erlebe wieder Neues, was doch noch eher erwähnenswert ist … Mein eigentlicher Start sollte dieser sein:

Sonne! Der Sommer ist zurück! So hell, dass die Sonnenbrille ein Muss ist:

Der gestrige Tag – eher der Nachmittag – hat es schon angekündigt. Die Zyklonen sind weiter gezogen. Die Sonne kämpft sich durch. Und wir haben unser Auto! Gestern war es noch so unreal, doch heute ist es unser Auto und unser Trip zur West Coast. Hehe, der begann in einer luxuriösen Cabin in der Nähe von Queenstown mit einem Laberlaber -Frauen – Quatsch – Abend.

Unser erster Stopp heute war Arrowtown in der Nähe von Queenstown. Ein altes Goldgräberstädtchen. Ganz nett zum Durchschlendern. Dort haben wir unseren Glücksbringer für unseren Trip erstanden.

Arrowtown war wirklich ganz niedlich. Und die Sonne kämpfte sich durch …

Danach steuerten wir unser Hauptziel, die Westküste, an. Kaum zu glauben. Das Auto bedeutet tatsächlich Freiheit und Unabhängigkeit. Für Hannah war es die erste Fahrt auf der linken Fahrerseite. Ich habe es bereits gestern aus Queenstown gesteuert und wir sind heil angekommen (aaaahhhhh, ich kapier’ den Kreisverkehr hier nicht).

Die Landschaft veränderte sich, um so nordwestlicher wir fuhren. Traumhafte Panoramabilder, die sich uns boten. Erst bergig, dann kahl bis ins saftige Grün im Westen. Flüsse und Flüßchen. Schafe und Niemandsland.

Zwischendurch in Wanaka (auch das kleinere Queenstown genannt. Dort hatte Hannah die letzten (Regen)Tage verbracht.) haben wir unser Zimmer in der Nähe von Haast gebucht. Oh, was haben wir uns da für einen Luxus gegönnt. Ein riesiges Zimmer mit einem XL-Bad. Haben gekocht (den Part habe ich irgendwie automatisch übernommen) und auf unserer Terrasse das Essen und die Sonne genossen:

Nach einer für unsere Verhältnisse doch recht koordinierten Planung der nächsten Tage (die Westküste in fünf Tage ist unmöglich) sind wir zum Strand. Und dort war er, der Sonnenuntergang meines (bisherigen) Lebens. Diese ganze Romantik wurde lediglich durch lästige Sandflies gestört (ich musste mir das vorstellen, wenn man mit seinem Herzallerliebsten dort ist: Warm anziehen und geruchsintensiver Insektenschutz … hm, lovely):

Und dann kam dieser Sternenhimmel mit seinen Sternschnuppen (Übrigens, weiß das jemand: Wenn bei uns im August diese enorme Sternschnuppenzeit ist, ist das dann hier andersrum und die Sternschnuppenzeit ist dann hier im Feburar/Anfang März?).

Ich verabschiede mich aus diesem Tag und bin ganz aufgeregt (muss schlafen, das Fotos runterladen hat verdammt lange gedauert heute) auf den fast letzten Abschnitt meiner Reise.

Neue Chance für Queenstown

Ich möchte ja wirklich glauben, dass Queenstown eine tolle Stadt ist. Hannah hat mir alles geschrieben, was hier faszinierend ist … ähm ja, wenn es Sommer ist … Ha, da kann ich heute die perfekte Geschichte zu beitragen: Wir haben März, also sozusagen Spätsommer … und es hat geschneit letzte Nacht (inzwischen muss ich von gestern reden, weil gestern Abend doch recht spät wurde) in den Bergen!

So wars auch gestern recht kalt, aber fast gar kein Regen (nur abends)! Dafür hatten wir sogar Streckenweise Sonne. Wie verrückt ist das eigentlich? Ich fange an, übers Wetter zu plaudern 😉 Was ich damit sagen wollte: Nix mit Wandern, Extremsportarten, Sonnenbad am See oder Flanieren an der Strandpromenade … Indooraktivitäten sind gefragt (hehe, lauscht man den Gesprächen hier im Backpackers, kotzen alle ganz schön ab.)! Die iSite hat gleich eine Liste zusammengestellt, was man alles so an verregneten Tagen machen kann. Ich aber habe mich gestern erst einmal ganz gemütlich mit S. zum Breakfast getroffen (ich brauche bestimmt nicht mehr erwähnen, was ich gegessen habe?). Wir hatten uns mehrere Optionen zusammen gestellt, was wir alles machen könnten. Erstaunlicherweise ist uns eine ganz Menge eingefallen.

So waren wir erst einmal beim Birdwatching. Nun habe ich endlich meinen Kiwi gesehen – nur eben nicht in Natura. Im Anschluss gabs noch eine Informationsshow. Und es ist faszinierend, das Kiwi-Weibchen bekommt richtig große Eier. Kaum vorzustellen, aber das Bild zeigt es.

Tja, nach einer kleinen Pause, weil ich Wäsche waschen musste, wo war die Zeit auf einmal? Es war Abends… und für abendliche Indooraktivitäten braucht man nicht viel Phantasie in Queenstown. Hihi. Ein Pluspunkt für die Stadt.
Hatten uns für Wine tasting entschieden und taten so, als ob wir voll die Ahnung hätten. Habe alle Sauvignon Blanc durchprobiert. Lecker. Die Weine sind hier alle ein wenig fruchtiger (ups, beinahe hätte ich süß gesagt). @ Karin: Einen Gewürztraminer hatten sie auch. Hat aber nicht geschmeckt.
Dazu gabs eine Käseplatte. War ganz gemütlich da. Man muss nur aufpassen, ruckizuck ist das Geld weg.

Das Lustige an dem gestrigen Tag war, dass es wieder einer dieser Tage war, an dem ich im Normalfall auch der deutschen Sprache nicht mächtig gewesen wäre. So war mein English gestern das reine Kauderwelsch. Haha, armer S.! Allerdings muss ich relativieren, es lief besser als erwartet (und wie mein Deutsch gewesen wäre, konnte ich gestern ja nicht testen).

Zum Abschluss sind wir noch auf einen Cyder ins Pub. Tja, das war der gestrige Tag. Ich finde wir haben das beste draus gemacht. Heute geht wieder jeder seinen eigenen Weg. Und ich chille gerade noch im Backpackers und warte, dass die Zeit vergeht. Hole heute Nachmittag Hannah vom Bus ab und dann geht unser Girls Road Trip los. Bis dahin werde ich wohl doch noch mal shoppen gehen (müssen) …